Unternavigation
Kondome schützen:
Gibt es eine Impfung oder andere Möglichkeiten sich vor HIV zu schützen?
Schon seit langer Zeit wird nach Impfstoffen und anderen Maßnahmen zum Schutz vor HIV geforscht, die den Kondomgebrauch ergänzen können:
- Die Entwicklung von Impfstoffen ist sehr schwierig, da sich HIV ständig verändert und in verschiedenen Formen vorkommt. Sollte es zukünftig einen Impfstoff geben, dann wird dieser höchstwahrscheinlich nur einen Teilschutz bieten oder den Krankheitsverlauf mildern, falls man sich trotz Impfung mit HIV infiziert. Eine Impfung mit nennenswerter Schutzwirkung wird innerhalb der nächsten zehn Jahre voraussichtlich nicht zur Verfügung stehen.
- Die Beschneidung der Vorhaut kann das HIV-Infektionsrisiko für den Mann beim ungeschützten Vaginalverkehr statistisch erheblich senken. Ob oder inwieweit auch Männer, die mit Männern Sex haben, beim eindringenden Analverkehr durch die Beschneidung ein geringeres HIV-Infektionsrisiko haben, ist noch nicht abschließend geklärt; erste Studienergebnisse zeigen keine Schutzwirkung.
- Mikrobizide sind Mittel, die Mikroorganismen und Viren abtöten sollen. Sie werden z.B. als Creme oder Gel in die Scheide eingebracht und sollen eine HIV-Übertragung vom Mann auf die Frau verhindern. Allerdings ist die Entwicklung solcher Produkte äußerst schwierig. Mikrobizide mit Anti-HIV-Medikamenten befinden sich derzeit noch in der Entwicklung.
- Derzeit wird untersucht, ob die vorsorgliche Einnahme von Anti-HIV-Medikamenten das Risiko für eine Ansteckung senken kann (Prä-Expositions-Prophylaxe, kurz PrEP). Problematisch bei dieser Methode sind jedoch insbesondere die hohen Kosten, die Nebenwirkungen der Medikamente und die mögliche Resistenzentwicklung, falls es doch zu einer Ansteckung kommt.
Alle diese Maßnahmen können immer nur einen Teilschutz bieten. Das heißt, dass sie im Vergleich zu ungeschütztem Sex statistisch das Infektionsrisiko um 40, 50 oder 60 Prozent verringern können. Für den Einzelnen bleibt damit jedoch ein Risiko, denn schließlich kann man sich nicht nur zu 40, 50 oder 60 Prozent anstecken. Wichtig können solche Maßnahmen jedoch als Ergänzung zum Schutz durch Kondome sein, z.B. wenn Safer Sex aus den verschiedensten Gründen nicht gelingt.
Treue und Enthaltsamkeit
Enthaltsamkeit, also der völlige Verzicht auf Sex, bietet 100 Prozent Schutz vor einer Ansteckung mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Allerdings kommt die völlige Enthaltsamkeit für die allermeisten Menschen nicht in Frage. Präventionskampagnen, die nur Enthaltsamkeit predigen, haben sich inzwischen als nicht wirksam erwiesen.
Auch die Monogamie kann einen guten Schutz vor einer Infektion bieten. Jedoch funktioniert dies nur, wenn beide Partner nicht-infiziert und auch tatsächlich treu sind. Treue und Monogamie basieren auf Vertrauen – da Liebe manchmal "blind" macht, ist diese Möglichkeit des Schutzes nicht immer sicher.






