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Was tun bei einer „Kondompanne“?

Trotz aller Sorgfalt und guten Vorsätze – manchmal kann beim Schutz doch etwas schiefgehen. Und man befürchtet eine unerwünschte Schwangerschaft oder eine Ansteckung mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI). Bei einer Panne mit dem Kondom brauchst Du jedoch nicht in Panik zu geraten. Denn Du kannst einiges tun.

Besteht zum Beispiel durch ein gerissenes oder abgerutschtes Kondom die Gefahr einer Ansteckung mit HIV, kannst Du bzw. Deine Partnerin oder Dein Partner Folgendes tun:

  • Der eindringende Partner kann Eichel und Innenseite der Vorhaut sanft waschen und zu urinieren versuchen, um Reste von Körperflüssigkeiten des Partners oder der Partnerin zu entfernen.
  • Bei Aufnahme von Sperma in die Scheide oder in den Enddarm ist von Scheiden- oder Darmspülungen abzuraten, weil das Infektionsrisiko sich durch mögliche Verletzungen erhöhen könnte.
  • Bei oralem Sex Sperma sofort ausspucken und den Mund ausspülen (je schneller, desto besser). Nicht die Zähne putzen, denn das könnte eventuell vorhandene Viren ins Zahnfleisch reiben.
  • Ist beim Sex Sperma in die Augen gelangt, spüle diese möglichst schnell mit Wasser aus.

Wenn Du befürchtest, Dich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) angesteckt zu haben, solltest Du möglichst schnell eine Beratungsstelle, Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Hier kannst Du besprechen, welche Risiken tatsächlich bestanden haben und welche Untersuchungen und Behandlungen eventuell nötig sind.

Wenn Du mit einem HIV-positiven Partner oder einer HIV-positiven Partnerin zusammenlebst, solltet Ihr Euch über zusätzliche Möglichkeiten beraten lassen, wie das Risiko im Fall des Falles verringert werden kann.

Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Wenn Du ein erhöhtes Infektionsrisiko hattest (z.B. bei abgerutschtem Kondom), weil Dein Partner oder Deine Partnerin HIV-positiv mit nachweisbarer oder unbekannt hoher Viruslast ist, dann ist möglicherweise eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) sinnvoll. Eine PEP ist eine meist vierwöchige Therapie mit HIV-Medikamenten. Eine PEP kann die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion verringern. Jedoch sind auch Fälle bekannt, in denen es trotz PEP zu einer HIV-Infektion kam. PEP wird vor allem bei beruflich bedingten Risiken im medizinischen Bereich eingesetzt, in Einzelfällen aber auch nach einem sexuellen Risikokontakt. Ob eine PEP empfohlen oder angeboten wird, muss eine Ärztin oder ein Arzt entscheiden. Die Kosten für eine PEP werden nur dann durch die Krankenkasse übernommen, wenn tatsächlich ein Risiko bestanden hat. Eine PEP sollte schnell, möglichst innerhalb von 24 Stunden begonnen werden. Beratung zur PEP bekommst Du bei unserer Telefon- und Onlineberatung.

Achtung: Eine HIV-PEP ist keine „Pille danach“, sondern eine aufwendige medizinische Behandlungsmöglichkeit für Ausnahmesituationen.

Pille danach

Eine ungewollte Schwangerschaft durch eine Verhütungspanne kann man bis maximal 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr durch die „Pille danach“ verhindern. Gehe deshalb möglichst schnell zu einem Frauenarzt, einer Beratungsstelle (z. B. der pro familia oder Arbeiterwohlfahrt, sofern dort eine Ärztin beschäftigt ist) oder – speziell am Wochenende – zu den Notdiensten oder einem Krankenhaus mit gynäkologischer Abteilung/Ambulanz. Ferner besteht bis zu fünf Tage nach der Verhütungspanne ggf. die Möglichkeit, auch mit der „Spirale danach“ eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

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