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HIV/STI-Lexikon

Was sind Chlamydien? Was bedeutet Viruslast? Wie funktioniert ein HIV-Test? Mach Dich schlau: Unser Glossar erläutert von A bis Z die zentralen Begriffe rund um HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI).

A

Abstinenz Abstinenz bedeutet Enthaltsamkeit. Für manche ist es unvorstellbar, enthaltsam zu sein, auf Alkohol, Schokolade oder Sex zu verzichten. Andere können aus einer Willensentscheidung heraus dem Sex entsagen. Zum Beispiel heiraten Nonnen, Mönche und katholische Priester nicht und haben auch keine sexuellen Beziehungen. Es gibt auch Menschen, die aus freien Stücken mit Sex warten, bis sie verheiratet sind oder sich reif genug für eine feste Partnerschaft fühlen.

Abstrich Von Schleimhäuten oder erkrankten Hautpartien werden mit einem Wattestäbchen oder einer Öse Zellen und Sekret abgenommen, damit sie unter dem Mikroskop untersucht werden können.

Aids Aids steht für die englische Bezeichnung „acquired immunodeficiency syndrome" (= erworbenes Immundefektsyndrom). Ursache für Aids ist die Infektion mit HIV („Human Immunodeficiency Virus" = menschliches Immunschwäche-Virus).

Analsex „Anal" heißt, was den Anus betrifft, also den After oder Darmausgang. Analverkehr oder Analsex bedeutet, dass der Penis in den After (Darmausgang) der Partnerin oder des Partners eingeführt wird. Auch der After kann eine sehr erogene Zone sein. Bei ungeschütztem Analverkehr werden HIV und andere STI besonders leicht übertragen.

B

Bakterien Bakterien sind einzellige Kleinstlebewesen (Mikroorganismen). Sie gehören zu den ältesten bekannten Lebewesen und können überall siedeln. Viele, jedoch nicht alle Bakterien lassen sich mit Antibiotika bekämpfen. Bakterielle STI sind zum Beispiel Gonorrhö (Tripper), Chlamydien und Syphilis.

Bisexualität Bisexualität heißt wörtlich übersetzt „Zweigeschlechtlichkeit". Damit meint man aber keinen Zwitter, der die Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter vereint, sondern Männer und Frauen, die sich gefühlsmäßig und sexuell zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlen. Bisexuelle Menschen können sich sowohl in Frauen als auch in Männer verlieben.

C

Candidose Candidose ist eine Pilzerkrankung. Genau genommen ist jeder Mensch von dem Candida-Pilz „befallen“, denn er ist Teil unserer natürlichen Körperflora aus Bakterien und Pilzen. Gerät das Gleichgewicht der Körperflora durcheinander, kann sich der Candida-Pilz massiv ausbreiten und eine Pilzerkrankung verursachen. Ursachen für den Ausbruch einer Candidose können beispielsweise sein: geschwächte Abwehrkräfte oder die Einnahme von Antibabypille, Antibiotika oder Cortison. Eine sexuelle Übertragung der Candidose ist zwar möglich, spielt in den meisten Fällen jedoch keine Rolle.

Chlamydien Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Chlamydien verursachen häufig keine Beschwerden, so dass Infektionen in vielen Fällen unentdeckt bleiben. Ohne Behandlung kann eine Chlamydien-Infektion die Gesundheit schwer schädigen und unter Umständen unfruchtbar machen. Frühzeitig mit Antibiotika behandelt ist die Chlamydien-Infektion ohne Folgeschäden heilbar.

Cunnilingus Cunnilingus ist der Fachausdruck für eine Form von Oralverkehr/Oralsex, bei der mit Zunge und Mund die Scheide, Venuslippen und Klitoris erregt werden. Die Entsprechung dazu bei Männern heißt „Fellatio".

D

Dental Dam Wird eine Frau oral befriedigt, so kann sich der Sexualpartner oder die Sexualpartnerin durch einen Dental Dam vor STI schützen. Der Dental Dam wird auf die Scheide gelegt und verhindert so die Aufnahme von Vaginalsekret und Menstruationsblut in den Mund. Dental Dams können auch bei anal-oralem Sex das Risiko einer STI-Übertragung verringern. Dental Dams bekommt man in Apotheken. Als Alternative zu Dental Dams kann man auch ein aufgeschnittenes Kondom benutzen.

Dermatologe Ein Dermatologe ist ein Arzt oder eine Ärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Dermatologen betreuen auch Patientinnen und Patienten mit sexuell übertragbaren Infektionen.

Dildo Vibrator und Gummipenis. Wird als Sexspielzeug benutzt.

Drogen Drogen sind Substanzen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die den menschlichen Organismus psychisch und/oder körperlich beeinflussen. Unabhängig von ihrer strafrechtlichen Einordnung als zulässig oder verboten können sie gesundheitliche Schädigungen sowie psychische und/oder körperliche Abhängigkeit erzeugen. Menschen, die sich Drogen intravenös spritzen, haben ein sehr hohes Risiko sich mit HIV oder Hepatitis-Viren zu infizieren, wenn sie ein bereits von einer anderen Person benutztes Spritzbesteck verwenden. Ein Infektionsrisiko besteht auch beim Aufteilen der Drogen mit Hilfe gebrauchter Spritzbestecke und beim Verwenden gebrauchten Zubehörs (Löffel, Filter, Tupfer).

E

F

Fellatio Fellatio ist der Fachausdruck für eine Form von Oralverkehr/Oralsex, bei der mit Zunge und Mund der Penis erregt wird. Die Entsprechung dazu bei Frauen heißt „Cunnilingus".

Filzläuse Filzläuse sind kleine Insekten, die vor allem sexuell übertragen werden. Bevorzugt halten sich Filzläuse im Schambereich auf, können aber auch an anderen behaarten Körperstellen (Achseln, Bauch oder Oberschenkel) vorkommen. Die Bisse von Filzläusen verursachen Juckreiz und Rötungen auf der Haut. Mit entsprechenden Mitteln behandelt wird man Filzläuse schnell wieder los.

G

Genitalien Äußere (manchmal auch innere) Geschlechtsorgane. Bei der Frau: Venushügel, Schamlippen, Scheide, Klitoris (auch Kitzler oder Perle genannt). Beim Mann: Penis, Hodensack. Bei beiden Schambehaarung.

Gleitmittel Gleitmittel erhöhen die Gleiteigenschaften beim Sex und ermöglichen ein leichteres Eindringen. Sie dürfen kein Fett enthalten, denn Fett macht Kondome kaputt. Darum keine Öle oder Creme benutzen, sondern nur fettfreie oder wasserlösliche Gleitmittel.

Gonorrhö Gonorrhö ist eine der weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Gonorrhö verursacht häufig keine Beschwerden und bleibt in der Folge oft unentdeckt. Treten Beschwerden auf, so ist ein eitriger Ausfluss aus Penis, Scheide oder Po charakteristisch. Mit Antibiotika behandelt ist Gonorrhö heilbar.

Gynäkologe Ein Gynäkologe ist ein Arzt oder eine Ärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Gynäkologen sind für Patientinnen auch Ansprechpartner zum Thema sexuell übertragbare Infektionen.

H

Hepatitis B Hepatitis B ist äußerst ansteckend und wird hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragen. Die Hepatitis B-Infektion verläuft in 5 – 10 % aller Fälle chronisch und zerstört langfristig die Leber. Die gute Nachricht: Durch eine Impfung lässt sich Hepatitis B sicher verhindern.

Hepatitis C Hepatitis C ist ein sehr ansteckendes Virus, das sich vor allem im Blut infizierter Personen befindet. Hauptübertragungsweg ist die gemeinsame Benutzung von Spritzbestecken beim intravenösen Drogengebrauch. Beim Sex wird Hepatitis C hauptsächlich durch verletzungsträchtige Sexpraktiken übertragen, bei denen Blut im Spiel ist. Über Vaginal- und Analverkehr wird Hepatitis C nur selten übertragen. Bei leicht blutenden Entzündungen in Vagina oder Enddarm steigt das Übertragungsrisiko jedoch auch bei diesen Sexpraktiken an.

Herpes Herpes-simplex-Viren werden beim Sex durch engen Körperkontakt, Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Die Viren führen an den Lippen sowie im Genital- und Analbereich zu Bläschen und Geschwüren. Hat eine Infektion stattgefunden verbleibt das Virus lebenslang im Körper und kann nicht mehr entfernt werden. In Deutschland sind bereits ca. 90 % aller Erwachsener mit dem Herpesvirus infiziert. (Lippenherpes) und ca. 15 % mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 2 (Genitalherpes) infiziert.

HIV HIV ist die Abkürzung für „Humanes Immundefekt Virus". Das HI-Virus kann die Krankheit Aids auslösen. HIV gilt im Vergleich mit anderen Krankheitserregern als schwerer übertragbar. Darum wird HIV in alltäglichen sozialen Kontakten nicht übertragen, auch nicht beim Husten oder Niesen, nicht bei Umarmungen oder beim Küssen. Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen.

HIV-Infektion Bei einer Infektion mit dem Immunschwäche-Virus HIV dringen Viren in Zellen des Wirts ein und werden durch sie vermehrt. Betroffen sind besonders die Helferzellen, die für die normale Immunabwehr nötig sind. Die Antikörper, die sich gegen HIV bilden, sind nicht in der Lage, das Virus aus den befallenen Zellen zu verdrängen. Die modernen Kombinationstherapien (auch: antiretrovirale Therapie = ART bzw. Hoch aktive ART = HAART) können dem Virus einiges entgegensetzen, das Leben von Menschen mit HIV deutlich verlängern und die Lebensqualität verbessern. HIV aus dem Körper entfernen, also heilen, können sie aber nicht. Um das Auftreten lebensbedrohlicher Erkrankungen zu verhindern, müssen die Medikamente lebenslang eingenommen werden.

HIV-Test Einige Wochen nach einer Infektion mit HIV werden Abwehrstoffe gegen HIV gebildet, so genannte „Antikörper". Diese können mit dem HIV-Antikörper-Test, auch kurz „HIV-Test", nachgewiesen werden. Ob HIV-Antikörper im Blut gebildet wurden („positiv") oder nicht („negativ"), kann der Test drei Monate nach einem Infektionsrisiko mit hoher Sicherheit anzeigen. Weil im Blut eine Vielzahl anderer Antikörper vorhanden ist, will man die irrtümliche Annahme einer Ansteckung („falsch positiv") ausschließen. Darum gilt der erste Test nur als „Suchtest", und ein positives Ergebnis wird danach mit einem anderen, sehr genauen und aufwendigen „Bestätigungstest" kontrolliert. Erst dann wird das Ergebnis mitgeteilt. Neben dem HIV-Antikörper-Test ist auch der direkte Nachweis des Virus selbst oder seiner Bestandteile möglich.

Homosexualität Homosexualität ist ein anderes Wort für Gleichgeschlechtlichkeit und bedeutet eine gefühlsmäßige und sexuelle Anziehung zu Menschen des eigenen Geschlechts. Die sexuellen Vorlieben und Praktiken, die Lebensweisen und sonstigen sozialen Merkmale von homosexuellen Menschen sind so verschieden wie die in der heterosexuellen (gegengeschlechtlich orientierten) Bevölkerung. Umgangssprachlich nennt man homosexuelle Männer auch Schwule, bei Frauen spricht man von Lesben. Die krankhafte Ablehnung von Homosexualität bezeichnet man als Homophobie.

HPV HPV-Infektionen sind leicht übertragbar und gehören zu den weltweit häufigsten STI. Unter den HPV-Viren existieren über 140 HPV-Subtypen. Je nach Subtyp lösen die Viren Feigwarzen aus oder können im Laufe vieler Jahre Krebs verursachen. Im Kampf gegen Krebs spielt die jährliche Krebsvorsorge im Rahmen der Früherkennung eine wichtige Rolle. Denn über eine Behandlung der Krebsvorstufen kann der Ausbruch von Krebs verhindert werden.

Huckepack-Infektion Sexuell übertragbare Infektionen (STI) erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung um das 2-10-fache. Bei nichtinfizierten Menschen erhöhen STI die Empfänglichkeit für HIV. Bei HIV-positiven Menschen führen STI zu einer höheren Infektiosität. Diese Wechselwirkung nennt man auch „Huckepack“-Infektion.

Hygiene Mit „Hygiene" bezeichnet man alle Maßnahmen, die die Gesundheit erhalten, Infektionen verhindern und die Ausbreitung von Krankheiten vermeiden. Dazu gehört z.B. auch das regelmäßige Waschen des Körpers, der Unterwäsche usw. Durch einige Hygieneregeln kann man das Risiko einer Ansteckung mit STI deutlich senken, zum Beispiel durch Händewaschen nach Fingerspielen in Scheide und Po, Benutzung eines (immer wieder neuen) Kondoms beim Gebrauch von Dildos oder indem man nicht mit anderen in denselben Gleitmitteltopf greift, um Schmierinfektion zu vermeiden. Übertriebene Körperhygiene ist jedoch schädlich und kann dazu führen, dass Schleimhäute für STI-Erreger durchlässig werden. So können Scheidenspülungen und Intimsprays den ausgeglichenen Bakterienhaushalt der Scheide schädigen. Die Scheide trocknet aus und STI-Erreger können leichter eindringen.

I

Infektion „Infektion" bedeutet Ansteckung mit einem Krankheitserreger. Ansteckend (infektiös) sind Körperflüssigkeiten und Wunden, wenn sie Krankheitserreger enthalten.

Inkubationszeit Inkubationszeit ist die Zeit zwischen einer Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit. In dieser Zeit ist man infektiös, kann also die Krankheit weitergeben. Bei einer Ansteckung mit HIV kann die Inkubationszeit bis zum Ausbruch von Aids viele Jahre betragen, bei anderen Krankheiten, z.B. Grippe, nur wenige Tage.

J

K

Kombinationstherapie Mit Kombinationstherapie oder Kombitherapie, meint man eine Zusammenstellung von antiretroviralen Medikamenten, die die Vermehrung von HIV im Körper unterdrücken. Hauptziel dabei ist die Erhaltung und Stabilisierung des Immunsystems. In den heute verfügbaren antiretroviralen Medikamenten sind Stoffe enthalten, die in unterschiedliche Phasen der Virus-Produktion einwirken. Je nachdem heißen sie zum Beispiel Protease-Hemmer (PI), Entry-Inhibitoren oder Reverse-Transskriptase-Hemmer (RTI). Frühere Hoffnungen, durch intensive und langfristige Behandlung („HAART") könne das HI-Virus gänzlich beseitigt („eradiziert") werden, haben sich nicht erfüllt.

Kondom Das Kondom besteht aus einer hauchdünnen und zugleich reißfesten Latexhaut, die über den steifen Penis abgerollt wird. Kondome schützen vor HIV und Schwangerschaften. Außerdem senken Kondome das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Andere Namen für Kondom sind Präservativ, Gummi, Pariser oder Präser. Bei richtiger Anwendung sind Kondome extrem belastbar. Latexkondome dürfen nur mit fettfreien Gleitmitteln in Berührung kommen. Markenkondome mit dem hohen EU-einheitlichen Sicherheitsniveau sind medizinisch und technisch geprüft. Sie tragen auf der Verpackung die CE-Kennzeichnung mit einer Nummer der nach EU-Recht zugelassenen Prüfstelle sowie ein Haltbarkeitsdatum.

Kondometer Das Kondometer ist ein Online-Tool, mit dem man einfach und schnell die richtige Kondomgröße ermitteln kannt. Einfach Penis-Länge und Penis-Umfang messen, in das „Online-Kondometer“ eintragen und schon erfährt man die eigene Kondomgröße. Die richtige Kondomgröße zu kennen, ist wichtig, da Kondome nur dann vor HIV, STI und ungewollter Schwangerschaft richtig schützen können, wenn sie weder zu klein noch zu groß sind. Denn zu kleine Kondome können beim Sex leichter platzen, zu große Kondome können leichter abrutschen und in Scheide oder Po steckenbleiben. Die richtige Kondomgröße zu kennen hat noch einen weiteren Vorteil: Kondome, die richtig passen, sind beim Sex kaum zu spüren!

L

M

Meldepflicht Die gesetzliche Meldepflicht liefert aussagekräftige Daten über die bevölkerungsweite Verbreitung von Infektionen. Eine gesetzliche Meldepflicht besteht für die sexuell übertragbaren Infektionen (STI) HIV, Syphilis und Hepatitiden. Die gesetzliche Meldepflicht wird über das Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt. An Hepatitis A, B oder C erkrankte Personen müssen mit Namen und Adresse beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet werden. Alle namentlich gemeldeten Infektionen werden durch die Gesundheitsämter an das Robert Koch-Institut (RKI) weiter geleitet, um Aussagen über die deutschlandweite Verbreitung machen zu können. Eine nichtnamentliche Meldepflicht besteht in Deutschland für HIV- und Syphilis-Infektionen. Fällt ein HIV- oder Syphilis-Test positiv aus, muss das medizinische Labor das positive Testergebnis an das Robert Koch-Institut melden. Eine fallbezogene Verschlüsselung verhindert bei der nichtnamentlichen Meldung, dass ein Krankheitsfall mehrfach an das RKI gemeldet wird. Rückschlüsse auf die Person des/der Gemeldeten sind nicht möglich.

N

Nebenwirkungen Nahezu alle Medikamente haben Nebenwirkungen – damit sind Wirkungen gemeint, die neben der beabsichtigten Wirkung des Medikaments auftreten. Wie schwerwiegend Nebenwirkungen sind, hängt in der Regel von der Dosierung des Medikaments und den darin enthaltenen Wirkstoffen ab, auch davon, wie gut oder schlecht ein Patient einen bestimmten Wirkstoff verträgt. Bei der antiretroviralen HIV-Therapie waren die Nebenwirkungen viele Jahre sehr massiv, konnten jedoch immer mehr abgeschwächt werden. Dennoch kann es bei einer HIV-Therapie nach wie vor zu Kurzzeitnebenwirkungen wie Durchfällen und Kopfschmerzen als auch zu Langzeitnebenwirkungen wie schmerzhaften Entzündungen der Nerven in den Beinen (Neuropathien) oder Störungen des Fettstoffwechsels und der Fettzusammensetzung des Körpers (Lipodystrophie) kommen. Diese sind inzwischen jedoch durch Wechsel der Medikamente gut in den Griff zu bekommen.

O

Oralverkehr Oralverkehr oder Oralsex bedeutet, dass mit Zunge und Mund der Penis des Partners bzw. die Schamlippen und der Kitzler der Partnerin gereizt werden. Man sagt dazu auch „Fellatio" und „Cunnilingus".

P

Parasiten Parasiten sind winzige Tierchen, die sich bei einem anderen Lebewesen (dem „Wirt") einnisten. Parasiten können Würmer, Milben, Läuse oder auch Einzeller sein. Sie leben vom Wirt und schaden ihm dabei. Dies äußert sich oft in unangenehmen Krankheiten, die zum Beispiel beim Sex weiter gegeben werden können, dazu gehören Trichomonaden-Infektionen und Krätze. STI, die durch Parasiten verursacht werden, lassen sich über eine entsprechende Therapie heilen.

Partnerinformation Partnerinformation bedeutet, dass man den Partner oder die Partnerin darüber informieren sollte, wenn der Arzt eine STI festgestellt hat. Denn auch er oder sie sollte zum Arzt gehen, sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Sonst stecken sich beide immer wieder gegenseitig an. Gleiches gilt, wenn man mehrere Sexpartner hatte. Da viele STI kaum Beschwerden verursachen, kann man sich nicht darauf verlassen, dass diese etwas von ihrer Ansteckung bemerken. Daher gilt: Auch wenn es schwer fällt sollten die Sexpartner informiert werden. Denn nur so kann verhindert werden, dass diese ihre STI unwissentlich an andere weitergeben.

Penis Glied, männliches Geschlechtsorgan.

Petting Petting bedeutet das Schmusen und Streicheln an den sexuell erregbaren Stellen des Körpers, auch an den Geschlechtsorganen, manchmal bis zum Orgasmus.

Pilzerkrankung Pilzerkrankungen werden medizinisch auch als Mykose bezeichnet. Sie werden durch Faden-, Hefe- oder Schimmelpilze hervorgerufen und können unter Umständen beim Sex weiter gegeben werden. Pilzerkrankungen sind mit Antimykotika behandelt heilbar.

Postexpositionsprophylaxe (PEP) Mit Postexpositionsprophylaxe (PEP) bezeichnet man den Einsatz von antiretroviralen Medikamenten kurz nach einem riskanten Kontakt („Exposition") mit dem HI-Virus. Eine PEP kann die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion verringern („Prophylaxe"). Die Einschätzung, ob ein relevantes Risiko vorgelegen hat und ob eine HIV-PEP empfohlen oder angeboten wird, muss durch einen Arzt oder eine Ärztin erfolgen. Begonnen werden sollte eine HIV-PEP möglichst schnell: am besten innerhalb von zwei Stunden, möglichst innerhalb von 24 Stunden, spätestens innerhalb von 48 Stunden. Auch bei einer rechtzeitig durchgeführten PEP ist es allerdings nicht sicher, dass eine HIV-Infektion verhindert werden kann. Die erheblichen Kosten für eine PEP werden von der Krankenkasse übernommen, wenn tatsächlich ein Infektionsrisiko bestanden hat.

Prävention Prävention bedeutet Vorbeugung gegen Risiken. HIV/STI-Prävention soll den einzelnen unterstützen, das Risiko einer HIV/STI-Infektion so gering wie möglich zu halten („Primärprävention") oder im Falle einer bestehenden Infektion die Risiken weiterer gesundheitlicher Beeinträchtigungen zu verringern („Sekundärprävention"). Als Tertiärprävention bezeichnet man Maßnahmen, die nach Ausbruch einer Krankheit für ein möglichst schmerzfreies und menschenwürdiges Dasein sorgen.

Promiskuität Als promiskes (freizügiges) Verhalten bezeichnet man den häufigen Wechsel von Sexualpartnern. Dabei wird das Risiko einer HIV- oder STI-Infektion nicht direkt durch eine größere Anzahl von Sexualpartnern erhöht, sondern kann ggf. durch eine damit einhergehende Zunahme von ungeschütztem Sex steigen. Andererseits können auch in einer Beziehung bei ungeschütztem Sex HIV oder andere STI übertragen werden.

Prostitution Als Prostitution bezeichnet man bezahlte sexuelle Dienstleistungen, die Frauen oder Männer zu ihrem Unterhalt oder zur Beschaffung von Drogen anbieten. Drogenabhängige Prostituierte sind einem mehrfachen Risiko der HIV-Infektion ausgesetzt, nämlich beim Drogenkonsum, bei ihren oft ebenfalls drogenkonsumierenden Partnern und bei Freiern, die sich unter Ausnutzung der Notlage Sex ohne HIV-Schutz erkaufen. Auf Reisen wird Prostitution manchmal eher als Urlaubsflirt erlebt, weswegen die Notwendigkeit zu Safer Sex leicht unterschätzt wird.

Q

R

Rote Schleife Die Rote Schleife, auch als Aids-Schleife oder Red Ribbon bekannt, ist das Symbol des Kampfs gegen HIV und Aids und der Solidarität mit den Betroffenen. Sie wurde in den 80er Jahren von der New Yorker Künstlergruppe um Frank Moore (1953-2002) geschaffen und setzte sich seither weltweit durch. Sie ist auch das zentrale Symbol des jährlichen Welt-Aids-Tags.

S

Safer Sex Unter „Safer Sex" versteht man sexuelle Kontakte, bei denen weder Samen- oder Scheiden-Flüssigkeit noch Blut oder Blutbestandteile, die möglicherweise HI-Viren oder andere sexuell übertragbare Krankheitserreger enthalten, in den Körper des Partners gelangen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß „geschützter Sex". Kondome sind ein wichtiger Bestandteil von Safer Sex.

Safer Use Unter „Safer Use" versteht man den intravenösen Drogengebrauch in einer Weise, die die Gefahr einer Infektion mit HIV oder anderen Erregern weitgehend ausschließt. Dazu gehört, dass die von mehreren Drogengebrauchern gemeinsam benutzten Spritzbestecke durch Auskochen keimfrei gemacht werden oder aber – besser noch – dass von vornherein jeder nur Einwegspritzen verwendet. Als weiterer Schutz vor HIV kommt die Substitution mit Mitteln in Frage, die nicht intravenös zugeführt werden, z.B. Methadon.

Schmierinfektion Übertragung von Krankheitserregern durch indirekten Kontakt mit infektiösen Körpersekreten, z.B. Stuhl oder Urin, über die Hände, Handtücher, Dildos usw., die direkt mit Krankheitserregern in Kontakt gekommen sind. Einige sexuell übertragbare Infektionen können so weiter gegeben werden, z.B. Gonnorhoe, Syphilis oder Hepatitis A.

Schwuler, Lesbe Schwule Männer und lesbische Frauen machen im Bett, was Heterosexuelle auch tun: Sie küssen sich, streicheln sich, sind zärtlich und leidenschaftlich, und üben ganz unterschiedliche sexuelle Praktiken aus. Viele Schwule mögen Analverkehr, viele Lesben Oralverkehr, wie viele heterosexuelle Menschen auch. Da oft noch die sexuelle Beziehungen zwischen Mann und Frau als das Normale gelten, empfinden manche Menschen die Sexualität zwischen Männern und zwischen Frauen als fremd oder geheimnisvoll.

Sexualität Sexualität wird heute vor allem als wichtiger Bestandteil des sozialen, zwischenmenschlichen Verhaltens gesehen, nur noch selten hingegen auf ihre Bedeutung für die Fortpflanzung des Menschen reduziert. Als Heterosexualität bezeichnet man die sexuelle Orientierung auf einen Menschen des andern Geschlechts, als Homosexualität die Orientierung auf einen Menschen des gleichen Geschlechts. Bisexualität bedeutet, dass ein Mensch sexuelle Erregung und Befriedigung durch Partner beiderlei Geschlechts erfahren kann.

Sperma Fachausdruck für die Samenflüssigkeit einschließlich der Samenzellen (Spermien), die beim männlichen Orgasmus ausgestoßen wird.

STI STI sind sexuell übertragbare Infektionen. Früher wurden sexuell übertragbare Infektionen oft etwas ungenauer als „Geschlechtskrankheiten“ bezeichnet. Die Abkürzung STI geht zurück auf den englischen Begriff Sexually Transmitted Infections. Durch eine medikamentöse Therapie sind die meisten STI heilbar.

Symptome Symptome sind spürbare und teilweise sichtbare, oft unangenehme Anzeichen einer Erkrankung. Eine typische Verbindung mehrerer Symptome nennt man Syndrom. Sexuell übertragbare Infektionen können symptomlos bleiben, symptomarm verlaufen oder aber mit einer Vielzahl von unterschiedlichsten Krankheitszeichen einhergehen. Symptome für STI können zum Beispiel Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz, Hautveränderungen oder auch Fieber und Halsschmerzen sein.

Syphilis Syphilis ist eine sehr leicht übertragbare STI, die in drei Stadien verläuft. Charakteristisches Symptom für die Syphilis im ersten Stadium ist ein schmerzloses Geschwür. Ansonsten sind die Symptome der sehr unterschiedlich und teilweise nicht eindeutig. Die Syphilis bleibt daher als „Chamäleon“ unter den STI häufig unentdeckt. Unbehandelt kann die Syphilis langfristig lebensbedrohliche Folgen haben. Durch eine Behandlung mit Penicillin ist sie heilbar.

T

Trichomonaden Trichomonaden sind einzellige Parasiten, die sich in Scheide, Darm und Harnröhre einnisten und dort eine Infektion auslösen. Die Trichomonaden-Infektion gehört weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Durch eine Behandlung kann die Krankheit geheilt werden.

U

Urologe Urologen sind Fachärztinnen und -ärzte, die sich mit Harn-bildenden oder -ableitenden Organen beschäftigen, also zum Beispiel mit Nieren, Harnwegen etc. Urologen beschäftigen sich darüber hinaus auch mit Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane und sind Ansprechpartner für Männer bei sexuell übertragbaren Infektionen (STI).

V

Vagina Scheide, weibliches Geschlechtsorgan.

Vaginalverkehr Beim Vaginalverkehr/Vaginalsex – auch Koitus genannt – wird der eregierte Penis in die feuchte Vagina der Frau eingeführt und über Gleitbewegungen die sexuelle Lust stimuliert. Vaginalsex kann in verschiedenen Stellungen praktiziert werden. Bei ungeschütztem Vaginalverkehr kann es beim Samenerguss des Mannes zu einer Befruchtung und Schwangerschaft kommen. Bei ungeschütztem Vaginalverkehr können außerdem HIV und andere STI übertragen werden.

Viren Viren sind winzige ansteckende Krankheitserreger. Anders als Bakterien lassen sie sich nicht mit Antibiotika bekämpfen. Die Vermehrung von Viren erfolgt nicht durch sie selbst, sondern durch eine andere Zelle („Wirtszelle") in einem Organismus, zum Beispiel im menschlichen Körper. Einige durch Viren ausgelöste Krankheiten sind nicht heilbar, das Virus bleibt lebenslang im Körper und kann auch weiter verbreitet werden. Virale STI sind zum Beispiel HIV, Hepatitis, Herpes und HPV.

W

Welt-Aids-Tag Der Welt-Aids-Tag wurde Ende der 1980er Jahre vom Weltgipfeltreffen der Gesundheitsminister (WHO) zur Förderung der Solidarität mit den von HIV betroffenen Menschen angeregt. Die Aids-Organisation der Vereinten Nationen (UNAIDS) gibt für ihn wechselnde Mottos aus. Durch das Engagement von Aids-Hilfen, Gesundheitsämtern, Aids-Stiftungen und vielen einzelnen Menschen entwickelte er sich zu einem besonderen gesellschaftlichen Ereignis. Welt-Aids-Tag ist jedes Jahr am 1. Dezember.

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